Was ist eine heilige Beziehung? Bedeutung & Praxis
Eine heilige Beziehung ist eine Beziehung, die einen neuen inneren Zweck bekommt. Der Begriff stammt aus dem spirituellen Lehrwerk Ein Kurs in Wundern (EKIW) und beschreibt eine Veränderung unserer Wahrnehmung: Wir beginnen, den Menschen vor uns immer weniger durch unsere Erwartungen, Ängste und Projektionen zu sehen und erinnern uns daran, dass in ihm derselbe göttliche Kern lebt wie in uns selbst.
Das klingt zunächst ziemlich spirituell. Spannend wird dort, wo Beziehung ganz menschlich wird.
Du möchtest Nähe und dein Partner zieht sich zurück.
Du erzählst etwas, das dir wichtig ist, und fühlst dich überhaupt nicht verstanden.
Ihr habt einen Streit und während du noch versuchst, deine Sicht der Dinge zu erklären, merkst du, wie es längst nicht mehr nur um das ursprüngliche Thema geht.
Du möchtest, dass der andere endlich begreift, was er getan hat. Dass er einsieht, dass du Recht hast. Dass er sich anders verhält, damit in dir wieder Ruhe einkehren kann.
Gerade in solchen Momenten zeigt sich, wie viel Bedeutung wir dem Menschen an unserer Seite für unseren eigenen inneren Zustand geben.
Und genau hier setzt die Idee der heiligen Beziehung an.
Ein Kurs in Wundern: Ego, Heiliger Geist und göttlicher Kern
Ein Kurs in Wundern ist ein spirituelles Lehr- und Selbststudium, das sich mit unserer Wahrnehmung, mit Vergebung und mit der Rückkehr zu innerem Frieden beschäftigt. Die Foundation for Inner Peace, die autorisierte Herausgeberin des Kurses, beschreibt die Heilung von Beziehungen und ihre Transformation von besonderen zu heiligen Beziehungen als einen zentralen Bestandteil seiner Lehre.
Drei Begriffe tauchen dabei immer wieder auf und sind wichtig, um zu verstehen, was mit einer heiligen Beziehung gemeint ist: das Ego, der Heilige Geist und unser göttlicher Kern.
Das Ego bezeichnet im Kurs das Denksystem der Trennung. Es basiert auf der Vorstellung, dass wir von Gott und voneinander getrennt sind und uns deshalb etwas fehlt.
Diese Idee begegnet uns auch in Beziehungen. Wir suchen im anderen Sicherheit, Bestätigung, Liebe oder das Gefühl, vollständig zu sein. Seine Nähe kann uns beruhigen, sein Rückzug kann plötzlich Angst auslösen und seine Reaktion bekommt manchmal eine Bedeutung, die weit über den konkreten Moment hinausgeht.
Der Heilige Geist steht für eine andere Wahrnehmung. Er erinnert uns an unsere Verbindung mit Gott und hilft uns dabei, unsere bisherige Interpretation einer Situation noch einmal anders anzuschauen.
Wenn ich einen Konflikt dem Heiligen Geist übergebe, bedeutet das für mich, für einen Moment meine Gewissheit darüber loszulassen, dass ich ganz genau weiß, was hier gerade passiert, wer schuld ist und was der andere jetzt tun müsste. Ich werde still und öffne mich für eine andere Sicht.
Der göttliche Kern ist der Teil unseres Wesens, der von unseren Erfahrungen, Ängsten, Verletzungen und Fehlern unberührt bleibt.
Wenn wir diesen göttlichen Kern in einem anderen Menschen sehen, verschwindet sein Verhalten dadurch natürlich nicht. Wir sehen weiterhin, was geschehen ist. Gleichzeitig beginnen wir, den Menschen vor uns weniger mit diesem Verhalten gleichzusetzen.
Gerade für Beziehungen ist dieser Gedanke unglaublich kraftvoll.
Besondere Beziehung und heilige Beziehung
Ein Kurs in Wundern unterscheidet zwischen der besonderen Beziehung und der heiligen Beziehung.
Das Wort „besonders“ klingt erst einmal positiv. Im Kurs beschreibt es jedoch etwas anderes: Der andere Mensch bekommt eine besondere Funktion für unser eigenes Glück.
Vielleicht soll er uns das Gefühl geben, geliebt zu sein. Vielleicht brauchen wir seine Nähe, um uns sicher zu fühlen. Seine Anerkennung bestätigt unseren Wert. Seine Entscheidung für uns sagt uns, dass wir wichtig sind.
Solange er uns das gibt, was wir brauchen, fühlt sich die Beziehung gut an.
Interessant wird es meistens dann, wenn genau das wegfällt.
Er zieht sich zurück.
Sie braucht mehr Freiraum.
Der andere sieht eine Situation vollkommen anders als wir.
Eine Nachricht kommt anders als erwartet oder vielleicht stundenlang überhaupt nicht.
Und plötzlich merken wir, wie stark unser eigener innerer Zustand mit dem Verhalten dieses einen Menschen verbunden ist.
Die besondere Beziehung beruht auf der Vorstellung, dass der andere etwas besitzt, das wir brauchen, um vollständig zu sein.
Gerade dort, wo ein Mensch uns besonders viel bedeutet, können Erwartungen, Verlustangst und alte Beziehungsmuster deutlich werden. Wie sich solche Muster in einer schmerzhaften On-Off-Dynamik zeigen können, habe ich in diesem Artikel ausführlicher beschrieben.
In einer heiligen Beziehung verändert sich dieser Zweck.
Der Mensch an unserer Seite bleibt wichtig. Nähe, Intimität, gemeinsame Zeit, Berührung, Verbindlichkeit und all die menschlichen Dinge, die Partnerschaft ausmachen, behalten ihren Wert. Gleichzeitig beginnt sich etwas in unserer Wahrnehmung zu verschieben.
Der Partner wird Stück für Stück aus der Aufgabe entlassen, für unsere innere Ganzheit verantwortlich zu sein.
Gerade unsere wichtigsten Beziehungen können deshalb zu unglaublich intensiven Entwicklungsräumen werden. Je mehr uns ein Mensch bedeutet, desto sichtbarer werden häufig auch unsere Vorstellungen darüber, wie Liebe aussehen sollte, was ein Partner tun müsste und was sein Verhalten über unseren eigenen Wert aussagt.
Kenneth Wapnick, einer der bekanntesten Lehrer und Interpreten von Ein Kurs in Wundern, hat immer wieder darauf hingewiesen, dass gerade unsere besonderen Beziehungen zu einem Ort werden, an dem Projektion und Schuld sichtbar und damit auch der Vergebung zugänglich werden.
Besondere Beziehung und heilige Beziehung im Vergleich
Besondere Beziehung
sucht Vollständigkeit durch den anderen
verknüpft Liebe stark mit Erwartungen
Verlustangst und Projektionen prägen häufig die Wahrnehmung
fragt: „Was bekomme ich von dir?“
Heilige Beziehung
erinnert an bereits vorhandene Ganzheit
richtet sich auf innere Verbundenheit
Vertrauen und Vergebung bekommen mehr Raum
fragt: „Was kann ich hier erkennen und heilen?“
Die Transformation von der besonderen zur heiligen Beziehung
Eine heilige Beziehung zeigt sich für mich vor allem dann, wenn es schwierig wird.
Wenn wir uns verletzt, zurückgewiesen, unverstanden oder unsicher fühlen, treten unsere Erwartungen, Ängste und inneren Muster oft sehr schnell in den Vordergrund.
Vielleicht kennst du das aus einem Streit. Eigentlich geht es um eine bestimmte Situation. Irgendwann merkst du aber, dass du innerlich schon ganz woanders bist.
Aus einem Rückzug wird: „Ich bin ihm nicht wichtig.“
Aus einer anderen Meinung wird: „Sie versteht mich einfach nie.“
Aus einem verletzenden Satz wird: „So ist er eben. Er denkt immer nur an sich.“
Innerhalb weniger Augenblicke haben wir aus einem Moment eine ganze Geschichte gebaut.
Die innere Bewegung zur heiligen Beziehung beginnt damit, diese Geschichte überhaupt wahrzunehmen.
Was passiert gerade wirklich zwischen uns?
Was wird zusätzlich in mir berührt?
Welche Bedeutung gebe ich dem Verhalten meines Partners?
Und was könnte ich sehen, wenn ich für einen Moment davon ausgehe, dass meine erste Interpretation nur eine mögliche Sicht auf die Situation ist?
Diese Bereitschaft kann bei einem Menschen beginnen. Wenn beide sie teilen, kann Beziehung selbst zu einem gemeinsamen spirituellen Weg werden.
Wie lebt man eine heilige Beziehung im Alltag?
Manchmal liegt zwischen einer alten Reaktion und einer völlig neuen Erfahrung nur ein winziger Moment.
Du spürst den Impuls, sofort zurückzuschießen, dich zu verteidigen, eine Nachricht zu schreiben oder dem anderen zu erklären, warum seine Sicht vollkommen falsch ist.
Und dann hältst du kurz inne.
Der Kurs spricht vom heiligen Moment. Für mich ist das etwas sehr Praktisches. Es ist dieser kurze Augenblick, in dem ich bereit bin, meine automatische Reaktion zu unterbrechen und mich neu auszurichten.
Du kannst dabei drei einfache Dinge tun:
Innehalten. Gib dir einen Moment, bevor du reagierst. Spüre erst einmal, was gerade in dir passiert.
Fragen. Eine der bekanntesten Fragen des Kurses lautet sinngemäß: Will ich Recht haben oder will ich in Frieden sein?
Übergeben. Übergib die Situation dem Heiligen Geist und werde offen für eine andere Wahrnehmung.
Dafür musst du dich in diesem Moment auch nicht plötzlich friedlich fühlen.
Der Kurs spricht von einem „kleinen Maß an Bereitschaft“. Diese kleine Öffnung reicht aus.
Vielleicht bist du weiterhin wütend. Vielleicht tut etwas weh. Vielleicht weißt du gerade überhaupt nicht, wie es weitergeht.
Und trotzdem kannst du sagen:
Ich bin bereit, das anders zu sehen.
Für mich liegt genau darin etwas unglaublich Entlastendes.
Wenn Frieden wichtiger wird als das Gewinnen
Stell dir vor, du streitest mit deinem Partner und ihr seid beide vollkommen überzeugt davon, Recht zu haben.
Das kennen wahrscheinlich die meisten Menschen.
Du erklärst noch einmal, was passiert ist. Der andere erklärt seine Version. Du bringst ein weiteres Beispiel. Er erinnert sich an etwas vollkommen anderes. Irgendwann diskutiert ihr über einen Satz, der vor drei Monaten gefallen ist, und keiner von euch fühlt sich dem anderen noch besonders nah.
In solchen Situationen kann die Frage nach dem Frieden etwas verändern.
Denn vielleicht besteht die Lösung gerade gar nicht darin, herauszufinden, wessen Erinnerung exakter ist.
Vielleicht gibt es zwei unterschiedliche Wahrnehmungen.
Und vielleicht kann ich meine eigene Erfahrung ernst nehmen, während ich gleichzeitig anerkenne, dass der Mensch vor mir dieselbe Situation anders erlebt hat.
Eine heilige Beziehung verlangt keine Gleichheit.
Zwei Menschen dürfen unterschiedliche Wünsche haben. Einer kann Nähe brauchen, während der andere gerade Zeit für sich braucht. Einer möchte sofort reden, während der andere erst einmal Ruhe braucht, um überhaupt herauszufinden, was er fühlt.
Spannend wird die Frage, welche Bedeutung wir diesen Unterschieden geben.
Bedeutet sein Wunsch nach Rückzug automatisch, dass ich ihm egal bin?
Bedeutet ihr Bedürfnis nach Nähe automatisch, dass sie mich kontrollieren möchte?
Oder können zwei unterschiedliche Bedürfnisse gleichzeitig da sein?
Je mehr wir unsere eigenen inneren Reaktionen verstehen, desto weniger müssen wir aus jedem Unterschied eine Aussage über die Liebe des anderen machen.
Vergebung in einer heiligen Beziehung
Vergebung ist einer der zentralen Gedanken in Ein Kurs in Wundern.
Und gerade in Beziehungen wird sie sehr konkret.
Jemand, den du liebst, sagt etwas, das dich tief trifft. Vielleicht geschieht etwas, womit du überhaupt nicht gerechnet hast. Vielleicht fühlst du dich enttäuscht, zurückgewiesen oder im Stich gelassen.
Vergebung bedeutet für mich an dieser Stelle, den Menschen vor mir immer wieder von dem Bild zu lösen, das ich in meinem Schmerz von ihm gemacht habe.
Ich kann sehen, was passiert ist.
Ich kann meine Gefühle dazu wahrnehmen.
Ich kann darüber sprechen und Entscheidungen treffen.
Und gleichzeitig kann ich mich daran erinnern, dass dieser Mensch mehr ist als der Moment, in dem er mich verletzt hat.
Das ist ein großer Unterschied.
Denn gerade wenn wir verletzt sind, machen wir aus Verhalten sehr schnell Identität.
Aus „Du hast dich gerade lieblos verhalten“ wird innerlich „Du bist lieblos.“
Aus einem Fehler wird ein Charakterzug.
Aus einem Konflikt wird der Beweis dafür, wer der andere „wirklich“ ist.
Vergebung öffnet die Möglichkeit, diesen Menschen wieder tiefer zu sehen und dabei auch unsere eigenen Projektionen zu erkennen.
Die Bedeutung von Vergebung zeigt sich auch in der Beziehungsforschung. Studien bringen die Bereitschaft zur Vergebung mit weniger destruktiven Konflikten und einer höheren Beziehungszufriedenheit in Verbindung.
Das ist natürlich eine andere Betrachtungsebene als die Vergebung im Kurs in Wundern, berührt aber einen ähnlichen Punkt: Unsere innere Haltung gegenüber dem anderen verändert auch die Art, wie wir miteinander umgehen.
Heilige Beziehung und persönliche Grenzen
Den göttlichen Kern eines Menschen zu sehen bedeutet gleichzeitig, mit dem eigenen Leben und den eigenen Grenzen bewusst umzugehen.
Ich kann einen Menschen in seinem tiefsten Wesen lieben und sehr klar sagen: So möchte ich nicht mit mir umgehen lassen.
Ich kann mich aus einer Situation herausnehmen. Ich kann Abstand brauchen. Ich kann eine Entscheidung treffen, die der andere überhaupt nicht gut findet.
Liebe und Klarheit gehören zusammen.
Heiligkeit beschreibt im Kurs in erster Linie eine Veränderung unserer Wahrnehmung. Die äußere Form einer Beziehung kann dabei ganz unterschiedlich aussehen.
Der göttliche Kern eines Menschen bleibt derselbe, auch wenn wir auf der menschlichen Ebene sehr konkrete Entscheidungen treffen.
Wenn nur ein Partner bereit für Veränderung ist
Eine Frage taucht bei diesem Thema fast automatisch auf:
Was passiert, wenn ich das möchte und mein Partner überhaupt nichts damit anfangen kann?
Die innere Veränderung beginnt bei dem Menschen, der dazu bereit ist.
Du brauchst deinen Partner nicht davon zu überzeugen, ebenfalls Ein Kurs in Wundern zu lesen. Er muss deine spirituelle Sprache auch nicht übernehmen.
Wenn du deine eigenen Projektionen bewusster wahrnimmst, anders mit Groll umgehst und dich in einem Konflikt immer wieder neu ausrichtest, verändert sich bereits die Art, wie du in dieser Beziehung stehst.
Vielleicht verändert sich dadurch auch etwas zwischen euch.
Der andere bleibt dabei frei.
Wenn beide Menschen sich für diese Haltung öffnen, entsteht daraus eine besondere Form gemeinsamer spiritueller Praxis. Man lernt miteinander, durch den ganzen menschlichen Themen hindurch immer wieder die Liebe im anderen zu sehen.
Wenn sogar die heilige Beziehung zum Ego-Projekt wird
Das Ego ist ziemlich erfinderisch.
Es kann sogar aus der Idee einer heiligen Beziehung wieder etwas Besonderes machen.
Dann wissen wir plötzlich ganz genau, dass unser Partner gerade „im Ego" ist. Wir analysieren sein Verhalten spirituell. Wir erklären ihm, was er eigentlich erkennen müsste. Und während wir noch von Vergebung und Bewusstsein sprechen, haben wir uns innerlich längst über den anderen gestellt.
Ich finde diesen Punkt wichtig, weil spirituelles Wissen unglaublich schnell zu einer neuen Form des Recht-haben-Wollens werden kann.
Eine Beziehung im Licht des Heiligen Geistes zu sehen bedeutet eben nicht, dass wir das Verhalten des anderen spirituell einordnen und damit erklären. Es bedeutet, dass wir unsere eigene Wahrnehmung zur Verfügung stellen. Dass wir bereit sind, einen Moment innezuhalten und zu fragen, was wir hier eigentlich sehen.
Die Begriffe aus dem Kurs sind deshalb vor allem Werkzeuge, um die eigene Wahrnehmung anzuschauen.
Wo urteile ich gerade? Was projiziere ich? Welche Geschichte erzähle ich mir über diesen Menschen? Was fordere ich von ihm? Und wo könnte ich bereit sein, meine bisherige Sicht für einen Moment aus der Hand zu geben?
Diese Fragen bringen das Konzept für mich zurück ins wirkliche Leben.
Warum innere Arbeit ein Teil dieses Weges ist
Eine heilige Beziehung beginnt für mich deshalb immer mit der Bereitschaft, nach innen zu schauen. Denn gerade in Beziehungen werden oft genau die Stellen in uns berührt, an denen alte Verletzungen, Ängste, Glaubenssätze oder frühere Beziehungserfahrungen noch wirksam sind.
Wenn wir uns zurückgewiesen fühlen, wenn Verlustangst auftaucht, wenn wir uns nicht gesehen oder nicht wichtig fühlen, reagieren wir selten nur auf das, was im gegenwärtigen Moment geschieht. Oft wird etwas Älteres mitberührt.
Manchmal sind es Erfahrungen aus der eigenen Geschichte, manchmal familiäre Prägungen, manchmal tief verankerte Glaubenssätze oder energetische Muster.
Innere Arbeit hilft uns, diese Zusammenhänge bewusster wahrzunehmen und klarer zu unterscheiden:
Was geschieht gerade zwischen uns?
Was wird in mir zusätzlich berührt?
Welche Bedeutung gebe ich dem Verhalten meines Partners?
Welche Vorstellungen von Liebe, Nähe, Sicherheit oder Zugehörigkeit wirken in diesem Moment in mir?
Mit dieser Klarheit wächst unser innerer Spielraum. Wir können unsere Gefühle wahrnehmen, verstehen, was in uns geschieht, und bewusster entscheiden, wie wir dem anderen begegnen möchten. Aus einer automatischen Reaktion kann so eine neue Form von Begegnung entstehen.
Ein großer Teil meiner Arbeit beschäftigt sich deshalb mit genau diesen tieferen Ebenen. In der individuellen 1:1-Begleitung und in der ThetaHealing®- Ausbildung schauen wir auf Glaubenssätze, emotionale und familiäre Prägungen und wiederkehrende Beziehungsmuster.
Denn eine heilige Beziehung beginnt immer in uns selbst – in der Art, wie wir unsere eigenen Themen erkennen, mit ihnen umgehen und dem Menschen vor uns begegnen.
Häufige Fragen zur heiligen Beziehung
Was ist eine heilige Beziehung?
Eine heilige Beziehung ist eine Beziehung, deren innerer Zweck sich verändert. Wir beginnen, den Menschen vor uns jenseits unserer Erwartungen, Ängste und Projektionen zu sehen und uns an den göttlichen Kern zu erinnern, den wir miteinander teilen. Dadurch kann Beziehung zu einem Raum für Bewusstwerdung, Vergebung und inneren Frieden werden.
Was ist eine besondere Beziehung?
Als besondere Beziehung bezeichnet Ein Kurs in Wundern eine Beziehung, in der wir vom anderen Erfüllung, Sicherheit, Bestätigung oder Vollständigkeit erwarten. Seine Nähe, Liebe oder Anerkennung wird dadurch eng mit unserem eigenen Glück verbunden. Gerade deshalb können in solchen Beziehungen starke Erwartungen, Verlustängste und Enttäuschungen entstehen.
Können aus besonderen Beziehungen heilige Beziehungen werden?
Ja. Gerade besondere Beziehungen können zu einem tiefen Entwicklungsraum werden, weil sie viele unserer Erwartungen, Ängste, Glaubenssätze und Vorstellungen von Liebe sichtbar machen. Mit der Bereitschaft, diese inneren Themen anzuschauen und der Beziehung einen neuen Zweck zu geben, kann sich auch die Art verändern, wie wir den anderen wahrnehmen und ihm begegnen.
Was ist Ein Kurs in Wundern?
Ein Kurs in Wundern ist ein spirituelles Lehr- und Selbststudium, das sich mit der Veränderung unserer Wahrnehmung beschäftigt. Zu seinen zentralen Themen gehören Vergebung, die Unterscheidung zwischen Ego und Liebe sowie die Rückkehr zu innerem Frieden. Beziehungen spielen darin eine wichtige Rolle, weil sich in ihnen unsere inneren Überzeugungen und Projektionen besonders deutlich zeigen.
Kann eine heilige Beziehung auch außerhalb einer romantischen Partnerschaft gelebt werden?
Ja. Der Gedanke der heiligen Beziehung ist nicht auf Partnerschaft begrenzt. Auch Freundschaften, familiäre Beziehungen oder Begegnungen im beruflichen Alltag können zu einem Ort werden, an dem wir unsere Wahrnehmung überprüfen, Projektionen erkennen und uns für eine andere Sicht auf den Menschen vor uns öffnen.
Gibt es in einer heiligen Beziehung noch Streit?
Ja. Auch in einer heiligen Beziehung können unterschiedliche Meinungen, Bedürfnisse und Verletzungen auftauchen. Entscheidend ist, wie wir mit diesen Momenten umgehen und welche Bedeutung wir ihnen geben. Frieden, Verständnis und Verbindung können dabei zunehmend wichtiger werden als das Gewinnen eines Konflikts.
Was sind die ersten praktischen Schritte, um einen Konflikt dem Heiligen Geist zu übergeben?
Der erste Schritt ist oft ganz schlicht: kurz innehalten. Bevor du reagierst, kannst du wahrnehmen, was gerade in dir passiert, und dich fragen: Will ich Recht haben oder will ich in Frieden sein? Danach kannst du die Situation innerlich dem Heiligen Geist übergeben und dich dafür öffnen, dass deine erste Interpretation nur eine mögliche Sichtweise ist. Dafür braucht es keine vollkommene Ruhe, sondern nur ein kleines Maß an Bereitschaft, anders sehen zu wollen.
Welche Rolle spielt Vergebung in einer heiligen Beziehung?
Vergebung verändert den Blick auf das Geschehene und auf den Menschen, der daran beteiligt ist. Wir lernen, unsere Bewertungen und Projektionen bewusster wahrzunehmen und uns immer wieder daran zu erinnern, dass ein Mensch größer ist als sein Verhalten in einem einzelnen Moment.
Bedeutet eine heilige Beziehung, dass es keine menschlichen Bedürfnisse oder Grenzen mehr gibt?
Nein. Bedürfnisse, Nähe, Rückzug, Sicherheit, Berührung oder persönliche Grenzen bleiben Teil unseres menschlichen Erlebens. Eine heilige Beziehung verändert vor allem die Bedeutung, die wir diesen Dingen geben. Wir können unsere Bedürfnisse ernst nehmen, Grenzen setzen und klare Entscheidungen treffen und gleichzeitig den anderen weiterhin in seinem tieferen Wesen sehen.
Was ist, wenn nur ein Partner bereit ist, diesen Weg zu gehen?
Die Veränderung kann bei einem Menschen beginnen. Du brauchst deinen Partner nicht davon zu überzeugen, dieselbe spirituelle Sprache zu sprechen oder denselben Weg zu gehen. Wenn du beginnst, deine Projektionen bewusster wahrzunehmen, anders mit Groll umzugehen und dich in Konflikten immer wieder neu auszurichten, verändert sich bereits deine Seite der Beziehung. Der andere bleibt frei. Wenn beide sich dafür öffnen, kann daraus ein gemeinsamer spiritueller Weg entstehen.
Wie kann innere Arbeit eine heilige Beziehung unterstützen?
Innere Arbeit hilft uns zu erkennen, welche Glaubenssätze, emotionalen und familiären Prägungen oder wiederkehrenden Beziehungsmuster in einer konkreten Situation wirksam werden. Mit zunehmender Bewusstheit wächst unser innerer Spielraum und wir können dem anderen freier und bewusster begegnen. Genau hier setzt auch meine individuelle 1:1-Begleitung an.
Karmische Beziehungen sind weit mehr als romantische Schicksalsgeschichten. In ihnen wirken energetische Verbindungen und Lernaufgaben, die tief in unserer Seelengeschichte verwurzelt sein können.